Sandra Tuider

Baumarten verschwinden nach der Reihe 

Forstwirtschaftsmeisterin Sandra Tuider schildert im Rahmen der Kampagne „Voices of Climate Change“ des Klimavolksbegehren die massiven Auswirkungen der Klimakrise in der Forstwirtschaft.

(Wien, 20. Juni 2020)    

Sandra Tuider betreut seit gut zwanzig Jahren einen 350 Hektar großen Forstbetrieb in Thernberg im Bezirk Neukirchen in Niederösterreich.  Die Klimaveränderung ist nach ihren Erfahrungen momentan eindeutig an der Trockenheit zu spüren. „Es ist unglaublich, was heuer passiert ist. Es gab minimale Schneefälle im Winter und keine Niederschläge im Frühjahr – es ist heuer das erste Mal, dass es so extrem trocken ist.“ 

Baumarten sterben der Reihe nach aus 

Bereits seit mehreren Jahren, schildert Sandra Tuider, beobachten sie und ihre KollegInnen, dass verschiedenen Baumarten der Reihe nach sterben. „Es ist unser tägliches Brot, dass wir mitbekommen, dass Baumarten verschwinden.“  Die fehlenden Niederschläge und die anhaltende Trockenheit sorgt bei den Bäumen für einen dauerhaften Stress, der das natürliche Gleichgewicht im Wald zerstört. Dieser Trockenstress sorgt in weitere Folge dafür, dass sich die Bäume nicht mehr gegen Schädlinge wehren können und sterben bzw. verschwinden.   

Nach dem Wald verschwindet das Wasser  

Sandra Tuider führt die nächste große Konsequenz aus, die wir in unserer Generation spüren werden: das Wasser verschwindet. „In den Gebieten, wo der Wald großflächig stirbt, verschwindet auch das Wasser. Erst das Oberflächenwasser und in weiterer Folge das Grundwasser.“ Sie ist davon überzeugt, dass jeder Einzelne einen Beitrag für eine gesunde Umwelt leisten kann. „Das mindeste aber ist, das Klimavolksbegehren zu unterschreiben. Das ist unser kleinster Beitrag, um Druck auf die Politik auszuüben“, so die Forstwirtschaftsmeisterin.  

Information zur Kampagne: „Voices of Climate Change“ bringt Menschen vor die Kamera, die uns erzählen, wie sie die Auswirkungen der Klimakrise bereits in ihrem Leben spüren. Ganz gleich ob es Menschen aus der Land- und Forstwirtschaft sind, aus der Wissenschaft, aus den sogenannten systemrelevanten Berufen oder Eltern, Großeltern und Kinder. Jeder einzelne ist auf irgendeine Weise persönlich bereits von den Folgen der Klimakrise betroffen.